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Prof. Dr. Karl Ubl

Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters
(Schwerpunkt: Frühes und Hohes Mittelalter)

Historisches Institut
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln

Kontakt

Raum: Philosophikum 4.108
Tel.: 0221 4702717

email: karl.ubl(at)uni-koeln.de

Sprechstunde

Dienstag, 14-16 Uhr

Die Sprechstunde am 29.11. fällt aus und wird am 1.12. um 14 Uhr nachgeholt.

Veranstaltungen

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2016-2017:

  • Oberseminar: Neue Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte (mit Dr. Dominik Waßenhoven) (Di 17:45-19:15)
  • Einführungsseminar: Stamm, Volk, Nation. Immaginierte Gemeinschaften im Mittelalter (Mo 12-13:30; Di 8-9:30)
  • Aufbauseminar: Formen der Wahrheitsproduktion in der Karolingerzeit (Mo 16-17:30)
  • Vorlesung: Köln im 10. und 11. Jahrhundert. Die Entstehung der Stadtgemeinde (Di 10-11:30)

Prüfungslizenzen

  • Staatsexamen
  • Bachelor
  • Master
  • etc.

Wissenschaftliches Profil

Im Zentrum meiner Forschung stehen die Diskurse über normative Ordnungen im christlichen Mittelalter. Mein erstes Buch befasste sich mit der Aneignung der politischen Theorie des Aristoteles im Werk des 1331 gestorbenen Gelehrten Engelbert von Admont und mit den Spannungen, die sich aus der Konfrontation von Aristoteles mit der christlichen Überlieferung ergaben ("Engelbert von Admont", 2000).  Die Erschließung dieses bislang eher unbekannten Philosophen und Theologen am Rande der damaligen Wissenschaftswelt habe ich mit der Edition seines Speculum virtutum (2004) fortgesetzt. Von diesem Thema aus ergaben sich verschiedene Arbeiten zu Aspekten der Bildungs-, Häresie- und Theoriegeschichte des späten Mittelalters sowie eine Studie zu "Gelehrte Gutachten und königliche Politik im Templerprozess" (2010, gemeinsam mit William Courtenay). Mit meiner Habilitation zu "Inzestverbot und Gesetzgebung. Die Konstruktion eines Verbrechens, 300-1100" (2008) hat sich mein Fokus mehr auf das frühe Mittelalter verlagert. Dabei blieb die Problematik normativer Ordnung weiterhin im Mittelpunkt, die jedoch nicht mehr vorwiegend ideengeschichtlich, sondern im Rahmen einer Politik- und Kulturgeschichte des Rechts bearbeitet wurde. In dem Buch wird das Inzestverbot - trotz seiner religiösen Semantisierung - als ein Element königlich-bischöflicher Ehepolitik identifiziert, welches die Etablierung eines überregionalen Heiratsmarktes in den Großreichen des frühen Mittelalters herbeiführen sollte - aber durch die Manipulation der Betroffenen und die Eigendynamik der Normen zunehmend außer Kontrolle geriet. Mein nächstes Buch über die Lex Salica widmet sich der "Biographie eines Rechtsbuchs" von 500-1000 und soll die Frage nach den möglichen Sinnstiftungen durch Recht behandeln.

Kurzbiografie

1991-1995 Studium der Geschichte, Philosophie und Historischen Hilfswissenschaften, Universität Wien und Harvard University -- 1992-1995 Ausbildungslehrgang am Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Wien -- 1999 Promotion, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg -- 2000-2001 DFG-Projekt zur Edition des Speculum virtutum Engelberts von Admont -- 2001-2007 Assistent, Eberhard-Karls-Universität Tübingen -- 2007 Habilitation in Mittelalterlicher Geschichte und Historischen Hilfswissenschaften, Eberhard-Karls-Universität Tübingen - 2007-2008 Heisenbergstipendium -- 2008-2011 akademischer Rat, Eberhard-Karls-Universität Tübingen --  2009 Sommersemester, Professurvertretung, Georg-August-Universität Göttingen -- 03/2010 Gastprofessur, Université de Provence, Aix-Marseille -- 2010-2011 Member, Institute for Advanced Study, Princeton -- 2011 Professur für Mittelalterliche Geschichte / Schwerpunkt Früh- und Hochmittelalter, Universität zu Köln -- 03/2014 Gastprofessur, Ecole pratique des hautes études/Sorbonne -- 04-06/2015 Summer visitor, Institute for Advanced Study, Princeton

Forschungsprojekte

  • Die Lex Salica im Frankenreich (DFG-Projekt 2007-2011)
  • Edition von Wilhelm von Ockham, Dialogus III.2 (DFG Projekt 2011-2015)
  • Edition der karolingischen Herrschererlasse (Akademieprojekt ab 2014)
  • Bibliotheca legum. Eine Handschriftendatenbank zum weltlichen Recht im frühen Mittelalter
  • Die Welt des Strafens in der Karolingerzeit
  • Geschichte der Stadt Köln im frühen Mittelalter

Aktuelle Publikationen

Debating the Emergence of an Idea: John of Paris and Conciliarism, in: John of Paris. Beyond Royal and Papal Power, hg. von Chris Jones (Disputatio 23, Turnhout 2015) S. 263-306

(mit Daniel Ziemann) Fälschung und Politik im 9. Jahrhundert. Eine Einführung, in: Fälschung als Mittel der Politik? Pseudoisidor im Licht der neueren Forschung. Gedenkschrift für Klaus Zechiel-Eckes, hg. von Karl Ubl/Daniel Ziemann (MGH Studien und Texte 57, Wiesbaden 2015) S. 1-17

Karl der Große und die Rückkehr des Gottesstaates. Narrative der Heroisierung für das Jahr 2014, in: Historische Zeitschrift 301 (2015) S. 374-390.

Die Figur des Tyrannen. Herrscherkritik im Zeitalter Philipps des Schönen (1285-1314), in: Gewalt und Widerstand in der politischen Kultur des späten Mittelalters, hg. von Martin Kintzinger / Frank Rexroth / Jörg Rogge (Vorträge und Forschungen 80, Ostfildern 2015) S. 211-246

Warum der Papst keine Simonie begehen kann. Debatten über päpstliche Souveränität im Umkreis Bonifaz’ VIII., in: Die Päpste. Amt und Herrschaft in Antike, Mittelalter und Renaissance, hg. von Bernd Schneidmüller / Stefan Weinfurter / Michael Matheus / Alfried Wieczorek (Regensburg 2016) S. 387-401

Recht in der Region. Die Rezeption von leges und capitula im karolingischen Alemannien, in: 817- die urkundliche Ersterwähnung von Villingen und Schwenningen. Alemannien und das Reich in der Zeit Ludwigs des Frommen (Veröffentlichungen des Alemannischen Instituts 83, Ostfildern 2016) S. 207-223

Mitarbeiter

Wissenschaftliche Mitarbeiter

  • Patrick Breternitz
  • Lioba Geis
  • Clara Harder
  • Semih Heinen
  • Daniela Schulz
  • Dominik Trump

Studentische Mitarbeiter 

  • Georg Heinzle
  • Anja Holtschneider
  • Lea Raith

Mitgliedschaften

- Wissenschaftlicher Beirat der Historischen Zeitschrift (seit 2011)

- Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte e.V. (seit 2014)

- Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica (seit 2015)

- Fachkollegium Geschichtswissenschaft in der DFG (2016-2019)