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Prof. Dr. Karl Ubl

Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters
(Schwerpunkt: Frühes und Hohes Mittelalter)

Historisches Institut
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln

Kontakt

Raum: Philosophikum 4.108
Tel.: 0221 4702717

email: karl.ubl(at)uni-koeln.de

Sprechstunde

Dienstag, 14-16 Uhr

 

 

Veranstaltungen

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2017:

  • Aufbauseminar: Die Kaiserkrönung Karls des Großen (Di 8-9:30)
  • Einführungsvorlesung Mittelalter (Mi 10-11:30)
  • Aufbauseminar: Die Macht des Rechts im Mittelalter (Mo 10-11:30)
  • Ringvorlesung: Köln im Mittelalter (Do 18-19:30)

Wissenschaftliches Profil

Im Zentrum meiner Forschung stehen die Diskurse über normative Ordnungen im christlichen Mittelalter. Mein erstes Buch befasste sich mit der Aneignung der politischen Theorie des Aristoteles im Werk des 1331 gestorbenen Gelehrten Engelbert von Admont und mit den Spannungen, die sich aus der Konfrontation von Aristoteles mit der christlichen Überlieferung ergaben ("Engelbert von Admont", 2000).  Die Erschließung dieses bislang eher unbekannten Philosophen und Theologen am Rande der damaligen Wissenschaftswelt habe ich mit der Edition seines Speculum virtutum (2004) fortgesetzt. Von diesem Thema aus ergaben sich verschiedene Arbeiten zu Aspekten der Bildungs-, Häresie- und Theoriegeschichte des späten Mittelalters sowie eine Studie zu "Gelehrte Gutachten und königliche Politik im Templerprozess" (2010, gemeinsam mit William Courtenay). Mit meiner Habilitation zu "Inzestverbot und Gesetzgebung. Die Konstruktion eines Verbrechens, 300-1100" (2008) hat sich mein Fokus mehr auf das frühe Mittelalter verlagert. Dabei blieb die Problematik normativer Ordnung weiterhin im Mittelpunkt, die jedoch nicht mehr vorwiegend ideengeschichtlich, sondern im Rahmen einer Politik- und Kulturgeschichte des Rechts bearbeitet wurde. In dem Buch wird das Inzestverbot - trotz seiner religiösen Semantisierung - als ein Element königlich-bischöflicher Ehepolitik identifiziert, welches die Etablierung eines überregionalen Heiratsmarktes in den Großreichen des frühen Mittelalters herbeiführen sollte und durch die Manipulation der Betroffenen und die Eigendynamik der Normen zunehmend außer Kontrolle geriet. Mein nächstes Buch über die Lex Salica widmet sich der "Biographie eines Rechtsbuchs" von 500-900 und behandelt die Frage nach der Funktion bzw. symbolischen Bedeutung von Gesetzgebung im Frankenreich.

Kurzbiografie

1991-1995 Studium der Geschichte, Philosophie und Historischen Hilfswissenschaften, Universität Wien und Harvard University -- 1992-1995 Ausbildungslehrgang am Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Wien -- 1999 Promotion, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg -- 2000-2001 DFG-Projekt zur Edition des Speculum virtutum Engelberts von Admont -- 2001-2007 Assistent, Eberhard-Karls-Universität Tübingen -- 2007 Habilitation in Mittelalterlicher Geschichte und Historischen Hilfswissenschaften, Eberhard-Karls-Universität Tübingen - 2007-2008 Heisenbergstipendium -- 2008-2011 akademischer Rat, Eberhard-Karls-Universität Tübingen --  2009 Sommersemester, Professurvertretung, Georg-August-Universität Göttingen -- 03/2010 Gastprofessur, Université de Provence, Aix-Marseille -- 2010-2011 Member, Institute for Advanced Study, Princeton -- 2011 Professur für Mittelalterliche Geschichte / Schwerpunkt Früh- und Hochmittelalter, Universität zu Köln -- 03/2014 Gastprofessur, Ecole pratique des hautes études/Sorbonne -- 04-06/2015 Summer visitor, Institute for Advanced Study, Princeton

Forschungsprojekte

  • Edition von Wilhelm von Ockham, Dialogus III.2 (DFG Projekt 2011-2015)
  • Edition der karolingischen Herrschererlasse (Akademieprojekt ab 2014)
  • Bibliotheca legum. Eine Handschriftendatenbank zum weltlichen Recht im frühen Mittelalter
  • Die Welt des Strafens in der Karolingerzeit
  • Geschichte der Stadt Köln im frühen Mittelalter

Publikationen

Engelbert von Admont. Ein Gelehrter im Spannungsfeld von Aristotelismus und christlicher Überlieferung (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung Erg.-Bd. 37, Wien/München 2000)

Engelbert von Admont: Speculum virtutum (MGH Staatsschriften des späteren Mittelalters 1, 2, Hannover 2004)

Inzestverbot und Gesetzgebung. Die Konstruktion eines Verbrechens (300-1100) (Millennium-Studien 20, Berlin/New York 2008)

Gelehrte Gutachten und königliche Politik im Templerprozeß (MGH Studien und Texte 51, Hannover 2010)

Die Karolinger. Herrscher und Reich (C.H.Beck Wissen, München 2014)

Sinnstiftungen eines Rechtsbuchs. Die Lex Salica im Frankenreich (Quellen und Forschungen zum Recht im Mittelalter 9, Ostfildern 2017)

        vollständige Publikationsliste bei Regesta Imperii

Mitarbeiter

Wissenschaftliche Mitarbeiter

  • Patrick Breternitz
  • Lioba Geis
  • Clara Harder
  • Semih Heinen
  • Dominik Trump

Studentische Mitarbeiter 

  • Georg Heinzle
  • Lea Raith

Mitgliedschaften

- Wissenschaftlicher Beirat der Historischen Zeitschrift (seit 2011)

- Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte e.V. (seit 2014)

- Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica (seit 2015)

- Fachkollegium Geschichtswissenschaft in der DFG (2016-2019)