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Kein Platz an der Sonne - (Post)koloniale Universitäts- und Stadtgeschichte

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Podiumsdiskussion und Vorstellung von Initiativen zur kolonialkritischen Universitätsgeschichte - mit Marianne Bechhaus-Gerst, Larissa Förster, Anne-Kathrin Horstmann, Bebero Lehmann, Stefanie Michels; Moderation: Ulrike Lindner

Die Veranstaltung widmet sich einem wenig bekannten Aspekt der Geschichte der Kölner Universität: Schon an der Handelshochschule – dem Vorläufer der Kölner Universität – herrschte eine starke Kolonialbegeisterung: Verschiedene Professoren, Lehrende und Studierende engagierten sich in Kolonialvereinen, es wurden koloniale Inhalte gelehrt und sogar einige Expeditionen durchgeführt. Nach der Gründung der Universität zu Köln 1919 bestand die Kolonialbegeisterung trotz des Verlusts der Kolonien durch den Versailler Vertrag fort. Ein Teil der Studierendenschaft wie auch der Professorenschaft befürwortete kolonialrevisionistische Ziele; viele waren weiterhin in Kolonialvereinen engagiert. Es gab auch während der Zeit der Weimarer Republik jedes Semester fächerübergreifende Veranstaltungen zur Kolonialwissenschaft. Konrad Adenauer, der maßgeblich die Gründung der Universität vorangetrieben hatte, war selbst von 1931 bis 1933 geschäftsführender Vizepräsident der Deutschen Kolonialgesellschaft und hatte sich schon vorher stark im Kölner Verein der Kolonialgesellschaft engagiert. Die enge Verquickung der Universitätsgeschichte mit Kolonialismus und Kolonialrevisionismus wirft zahlreiche Fragen auf, die auf dem Podium diskutiert werden sollen.

Zunächst werden zwei Initiativen vorgestellt: Die Stadtrundgänge zur (post)kolonialen Geschichte der Universität zu Köln von Bebero Lehmann, die anläßlich des Universitätsjubiläums stattfinden, sowie einige von Studierenden entwickelte Apps zur (post)kolonialen Geschichte der Universität zu Köln, mit deren Hilfe man künftig selbständig einen Stadtrundgang in Köln machen kann. Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion zum Thema (post)koloniale Universitäts- und Stadtgeschichte statt.

Die Teilnehmerinnen des Podiums:

  • Marianne Bechhaus-Gerst ist Professorin für Afrikanistik an der Universität zu Köln und hat mit zahlreichen Konferenzen und Veröffentlichungen Pionierarbeit zum Thema Köln (post)kolonial geleistet. Sie ist die Initiatorin von Köln Postkolonial, der Homepage Kopfwelten und war Kuratorin der entsprechenden Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum im Jahr 2009.
  • Larissa Förster ist Ethnologin und leitet den neuen Fachbereich „Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste. Sie ko-kuratierte 2004 die Ausstellung „Namibia - Deutschland: Widerstand, Gewalt, Erinnerung“ am Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum und arbeitet zur Fragen von Provenienz und Restitution.
  • Anne-Kathrin Horstmann ist Afrikanistin und Historikerin hat über koloniale Wissensproduktion an den Kölner Hochschulen geforscht.
  • Bebero Lehmann ist Historikerin und Journalistin. Sie bietet (post)koloniale Stadtrundgänge an und engagiert sich in der bundesweiten Initiative „Decolonize Deutschland“ und hat den ersten Black History Month in Köln initiiert.
  • Stefanie Michels ist Gastprofessorin für afrikanische Geschichte an der Universität Hamburg und arbeitet zur postkolonialen Geschichte des Rheinlands.

The Camp: Disruptions of Space and Time in Labour and Refugee Camps

Conference organized by: Research Area „Labour and Migration“ (Global South Studies Center): Ulrike Lindner, Sabine Damir-Geilsdorf, Oliver Tappe and Gesine Müller.

When labour compounds or refugee camps close their gates, inhabitants often experience dramatic changes of their perception of space and time. Mobility gets restricted and regulated. As a result new time regimes that range from forms of ‘time pass’ to ‘extreme waiting’ restructure the rhythm of everyday life. This workshop focuses on exploring the specific transformative capacity of such camps and the consequences for (temporary) labourers and refugees who are subjected to new spatial and temporal configurations.

Investigating the spatiality and temporality of the camp connects two aspects of a specific state of exception. From a spatial viewpoint, the camp marks a strong break with previous lifeworlds, radical displacement, as well as an abrupt stop of (sometimes involuntary) mobility. Sudden immobilization goes along with other forms of spatial constraints. A new organization of space and time through technologies of discipline (from fences to clock) affect the inmates’ working or waiting bodies. Moving on to the temporalities of labour and refugee camps, we investigate new time regimes that correspond with capitalist labour management. Yet we also consider the impact of extreme deceleration of time when inmates are waiting months and years for something to happen.

This workshop revisits the barracones of the slave trade, the plantation coolie camps, and the camps of colonial workforces, and juxtaposes such historical examples of the camp with present-day workers’ compounds in the Gulf States, camps on Europe’s industrial farms, and the refugee camps lining the Mediterranean.

Black Germany 1880-1914 2017

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Exhibition organized by Robbie Aitken & Ulrike Lindner

Exhibition: 30 November - 18 December 2017

opening & reception: 30 November 2017, 19.30,  Philosophikum, Atrium

Anhand ausgewählter Biographien, illustriert durch Fotos und bisher wenig beachtetes Archivmaterial, rekonstruiert die Ausstellung „Black Germany“ die Entwicklung der Schwarzen Diaspora in Deutschland zwischen 1880 und 1945. Damit ermöglicht die Ausstellung tiefere Einblicke in die Beweggründe, Umstände und Reiserouten, die Schwarze Männer und Frauen aus den einst deutschen Kolonien ins Kaiserreich führten. Es wird aufgezeigt unter welchen Bedingungen sie in der Weimarer Republik lebten und arbeiteten und welches Schicksal sie und ihre in Deutschland geborenen Kinder im Nationalsozialismus erfuhren.

Eröffnet wird die Ausstellung mit einer Podiumsdiskussion, die unter dem Titel „Erinnern/Vergessen: Die marginalisierte Geschichte Schwarzer Deutscher“ verschiedene Ansätze aufgreift, wie dieser bisher wenig beachteten Teil der deutschen Geschichte in die dominanten Geschichtsnarrative und die Erinnerungskultur wieder eingeschrieben werden kann.

GRAINES Summer School 2016

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Workshop: Europe and its Colonial Legacy

GSSC Public Lecture: Catherine Hall

Slavery and Freedom re-visited: or What is a Man?

Lecture by Catherine Hall within the

Public Lecture Series of the GSSC:

Date: October 28th, 2015

Conference: Gender and Empire

Exploring Comparative Perspectives and Intersectional Approaches

Organized by: Ulrike Lindner (University of Cologne)/Dörte Lerp (University of Cologne)

Date: 23-26 September 2015

Program

Workshop: The changing margins of Europe

Frontiers and demarcations of a continent from the 18th to the 20th century

Workshop in the project “Europe: une histoire globale. XVIII°-XX° siècles” financed with the support of CIERA, Paris

Organized by: Ulrike Lindner (University of Cologne)/Jakob Vogel (Sciences Po, Paris)

Date: 5-6 December 2014

Program

Workshop: Forms of bonded labour

Conceptual approaches towards a new comparative research framework

Organized by: Ulrike Lindner/Sabine Damir-Geilsdorf/Gesine Müller/Michael Zeuske

Date: 23-24 June 2014